Donnerstag, 14. Juni 2012

Gastblogeintrag von Dana

Heute räum ich mal das Feld und überlasse meinen Blog einer lieben Nähfreundin.
Und los geht's:

Hallo! Heute mal etwas Neues von einer Neuen. Anja hat mir für einen Tag ihr Blog überlassen, damit ich Euch auch einmal etwas von meinen Kreationen zeigen kann.

Kurz zu mir: Ich heiße Dana, bin Anfang Dreißig, Mutter einer süßen Anderthalbjährigen, und nähe jetzt seit etwas mehr als einem Jahr. Meist nähe ich Kleidung, mein Stil ist aber eher konservativ und die Sachen sind nicht so toll gepimpt wie die von Anja. Keine Angst, ich zeige jetzt keine meiner langweiligen rosa Blusen, statt dessen möchte ich Euch heute mal etwas ganz anderes vorstellen: eine "I-Spy"-Patchworkdecke.


Gut, hier sieht man fast nur die Rückseite, ich wollte die aber auch gern zeigen, damit man schön das Steppmuster erkennen kann :-). "I Spy", wörtlich übersetzt mit "ich spioniere", könnte man im Deutschen vielleicht auch mit "ich seh' etwas, was Du nicht siehst" übersetzen. I-Spy-Decken sind Decken für Kinder, die mit einem einfachen Patchworkmuster aus vielen verschiedenen Motivstoffen genäht werden. Ziel ist es, eine Decke zu bekommen, bei der das Kind möglichst viel entdecken kann.

Von vorn sieht die Decke so aus:


Die Decke ist ca. 1m x 1,40m groß und wir nutzen sie als Bettdecke für den Mittagsschlaf und auch als Spieldecke für unterwegs oder im Wohnzimmer. Da ich normale Baumwollstoffe und ein waschbares Innenvlies benutzt habe, ist es kein Problem, die Decke in die Waschmaschine zu stecken und einmal schnell durchzuwaschen.

Falls ihr Lust habt, Euch an ein ähnliches Projekt zu wagen, hier noch ein paar Tipps:
  • die Umrandung der einzelnen Bilder sieht aufwändiger aus, als sie tatsächlich ist. Eine gute Beschreibung der Nähtechnik habe ich auf dieser Seite gefunden: http://obsessivelystitching.blogspot.de/2010/05/disappearing-nine.html 
  • meine Decke enthält 99 verschiedene Bilder, ich habe aber nicht 99 verschiedene Stoffe gekauft, sondern mit Patchwork-Panelen "geschummelt". Ein Panel ist ein Patchwork-Motivstoff, auf dem verschiedene Einzelbilder aufgedruckt sind. Gibt es bei Ebay oder im Patchwork-Laden zu kaufen. Man kann natürlich auch Stoffe mit befreundeten Näherinnen tauschen - drei Bilder der Decke sind von Lifinchen, nochmal Danke an dieser Stelle!
  • zum Quilten (Absteppen) habe ich für die Oberseite einen speziellen durchsichtigen Faden genommen (auch aus dem Patchworkladen), da ich bei den verschiedenen Farben nicht ständig die Garnfarbe wechseln wollte. Den Unterfaden habe ich passend zur Rückseite gewählt. Gequiltet habe ich ganz normal mit meiner Nähmaschine, allerdings mit Obertransportfuß, der bei mir glücklicherweise im Standardzubehör war.
  • Wichtig beim Patchwork ist exaktes Zuschneiden, danach näht sich die Decke fast von allein. Ich habe alles mit Rollschneider und einer Plastikschablone zugeschnitten. Für den Zuschnitt ist es sinnvoll, eine durchsichtige Schablone zu nutzen und darauf auch die Nahtzugaben zu markieren, denn dann kann man das Motiv genau positionieren und stellt nicht nachträglich fest, dass man mittendurch geschnitten hat oder ein Teil durch die Nahtzugabe verloren gegangen ist. Ich hatte das Glück, mir eine spezielle Patchwork-Schablone von meiner Mutter leihen zu können, im Prinzip tut es aber auch jedes durchsichtige Lineal oder man bastelt sich einen Rahmen aus Pappe, mit dem man das Motiv vor dem Zuschneiden markiert. Die Schablone sollte man auch zum Stoffkauf mitnehmen, dann kann man viel besser einschätzen, ob ein Motiv von der Größe passt.
So, ich hoffe, Euch mit diesem Blogeintrag zu einem neuen Projekt für Eure "muss ich unbedingt einmal nähen"-Liste inspiriert zu haben und freue mich über Kommentare!

Dana

Kommentare:

seenadel hat gesagt…

Liebe Dana!

Die Decke ist der absolute Knaller! Irgendwann möchte ich mich auch mal an so ein Projekt wagen. Wie lange hast Du denn daran genäht?
Danke, dass Du auch alles so schön beschrieben hast. So einen durchsichtigen Faden hätte ich auch schon öfter mal gebraucht. Jetzt weiß ich erst, dass es so etwas überhaupt gibt und werde mich mal auf die Suche danach machen. Ich wünsche Euch eine schöne Kuschelzeit mit dieser schönen Decke!

Liebe Grüße
Ulrike

nelopi hat gesagt…

Das sieht nach unglaublich viel Arbeit aus!
Danke für die Ratschläge, sind notiert, werkle nämlich auch immer so zwischendurch dran, geht aber sehr schleppend ;0)
LG
Vanessa

Claudi hat gesagt…

Wow, die Decke ist ja super toll! Und die Idee dahinter ist auch spitzenmäßig. Quasi eine Wimmelbuch-Decke! :-)
GlG, Claudi

scharly Anders ist anders hat gesagt…

Liebe Dana,
wenn Du soooo tolle Decken machst und uns noch so schöne Tipps dazu gibst, freuen wir uns immer jemanden neuen in unserer Runde begrüßen zu dürfen
>>> Herzlichen Willkommen :o))))
Deine Decke ist unheumlich schön geworden und ich weiß gar nicht so recht, was ich schreiben soll > das heißt bei mir schon was...
ganz große Klasse!!!
liebe Grüße
scharly

PS: Du mußt Dich gut um Anja kümmern... sie ist süchtig!!!
;o)))

Twizavee hat gesagt…

Sehr schöne Decke und super erklärt!!! Der Tipp mit dem durchsichtigen Faden ist Gold wert, danke. Aber.....wo bleibt der eigene Blog??? Wer sowas schönes macht hat doch noch mehr zu zeigen :) und ich mag auch langweilige rosa Blusen ;)

Liebe Grüße

Petra hat gesagt…

Die Decke ist echt der Hammer!! Super schön, gefällt mir total gut. Sieht aber nach ner Menge Arbeit aus. Mich würde auch interessieren, wie lange du dafür ungefähr gebraucht hast.

Liebe Grüße und vielen Dank für den tollen Post
Petra

Dana hat gesagt…

Danke für das Lob! Wie lange ich für die Decke gebraucht habe... schwer zu sagen, da ich selten Gelegenheit habe, längere Zeit ohne Unterbrechung an einem Stück zu arbeiten. Aber ich versuche mal eine Schätzung und zähle dabei Stoffe einkaufen & Konzept erstellen (habe nicht nach einem Schnitt gearbeitet, sondern anhand diverser Inspirationen einen eigenen Entwurf erstellt) nicht als Arbeit, ok?

Das Nähen der Patchworkteile ging recht schnell, ich würde schätzen maximal 8 Arbeitsstunden inkl. Bügeln. Erster Stoffzuschnitt und Nachbegradigung der Einzelteile hat bestimmt 5 Stunden gedauert, das war ziemlich fummelig. Mit dem Heften und Quilten der Decke (also Vorderteil, Füllung und Rückenteil zusammennähen) war ich auch mindestens 8 Stunden beschäftigt, das hat länger gedauert, als ich vorher vermutet habe. Naja, und zum Schluss habe ich noch den Saum angenäht - auf der Vorderseite mit der Maschine, das hat inkl. Herstellung des Saumstreifens so 3 Stunden gedauert, und auf der Rückseite habe ich dann mit der Hand genäht - da kann ich echt nicht mehr sagen, wie lange das gedauert hat, dass habe ich so nach und nach abends auf der Couch gemacht (könnte man aber auch mit der Maschine machen).

In Summe macht das 24+x Stunden, aber ich würde sagen, dabei habe ich großzügig geschätzt... dennoch zeigt das mal wieder, dass Handarbeit unbezahlbar ist!

Wie seht ihr das, sind 24 Stunden viel Arbeit für ein solches Projekt?

Viele Grüße,
Dana

Kerstin hat gesagt…

Poh was für eine tolle Decke. Muss ich glatt mal meiner Freundin zeigen, die liebt solche Sachen und ich finde die ist Dir ganz toll gelungen.
LG
Kerstin

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für euren Besuch. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar von euch.
Leider kann ich aufgrund von vermehrten Spam keine anonymen Kommentare mehr zulassen.
Liebe Grüße
Anja